Clickertraining für Katzen – Anleitung mit Tipps & Tricks für Anfänger

Der Grundgedanke vieler Katzenbesitzer ist, dass Katzen und vor allem Kater sehr eigenwillig sind und ihren eigenen Dickkopf haben. Eine Katze lässt sich nicht gerne herumkommandieren. Für eine Katze gibt es keinen triftigen Grund, einem anderen Tier zu gehorchen, auch wenn es auf zwei Beinen steht“  (Sarah Thompson)

Katzen Clicker-Box Set für Anfänger und spielend leichtes Clickertraining

Der absolute Bestseller für den Einstieg in das Clickertraining. Die Clicker-Box von Birgit Rödder enthält alles, was du für einen erfolgreichen Start benötigst. Das beiliegende Buch erklärt dir die Vorgehensweise für ein erfolgreiches Training, während die mitgelieferten Übungskarten für Spaß & Spiel sorgen. Außerdem findest du in der Box direkt einen Clicker damit du sofort loslegen kannst.

Inhaltsverzeichnis
    Add a header to begin generating the table of contents
    Scroll to Top

    Du stellst Dir jetzt sicherlich die Frage „Wenn meine Katze von Natur aus also diesen Charakter besitzt, kann ich sie dann überhaupt erziehen?“

    Die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach. Schon die Katzenmutter erzieht ihre Babys und bringt ihnen überlebenswichtige Dinge bei. Katzen genießen also von klein auf eine Erziehung, welche Du als Besitzer/in unbedingt weiterführen solltest. Ganz wichtig ist hier der Grundsatz, dass Dein Stubentiger für sich entscheidet, was er will und was er nicht will. Eine Katze ist von Natur aus ein sehr anpassungsfähiges Tier, sodass das Verhalten durch Belohnung positiv beeinflusst werden kann.

    Halte Dir also immer vor Augen. Katzen sind sehr intelligente, charakterstarke Wesen, die eine große Lernfähigkeit besitzen und dadurch von klein auf erzogen werden können. Gehorsam wie ein Hund wird Dein Stubentiger aber niemals sein.

    Die Frage nach dem WARUM eine Erziehung gerade auch für Katzen wichtig ist, kann in einem Satz beantwortet werden. Genau wie bei uns Menschen auch, gestaltet es das Zusammenleben untereinander einfacher und harmonischer.

    Gibt es DEN richtigen Zeitpunkt, um mit dem Clickertraining für Katzen zu beginnen?

    Sobald Dein Stubentiger die Eingewöhnung geschafft hat, sich in seinem neuen Zuhause wohlfühlt und er Vertrauen in Dich gefunden hat, ist es an der Zeit mit der Erziehung zu beginnen. „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“.

    Natürlich sind junge Katzen sehr neugierig, wollen erst einmal alles austesten und stecken voller Energie. Diese Phase gilt es gemeinsam mit Deinem Stubentiger zu durchleben. In dieser besonderen Zeit lernst Du die Persönlichkeit und die Charakterzüge Deiner Katze kennen, die für Deine spätere Erziehungsarbeit eine große Rolle spielen.

    Damit die Erziehung von Anfang an gelingt, ist ein positives Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Katze besonders wichtig. Als Erziehende/r solltest Du  auch die Körpersprache Deines Stubentigers „lesen“ können.

    Die 5 wichtigsten Grundsätze für eine erfolgreiche Erziehung von Anfang an

    • Ein liebevoller, einfühlsamer Umgang mit Deinem Stubentiger ist Voraussetzung
    • Eine Erziehung ist nur auf spielerische Art für Deinen Stubentiger interessant
    • Sei geduldig und überfordere Deine Katze nicht
    • Gebe Deiner Katze Zeit, um Neues zu lernen – respektiere die Persönlichkeit
    • Deine Katze zeigt niemals ein Verhalten, um Dich damit gezielt/bewusst zu ärgern

    Wie beginne ich mit der Erziehungsarbeit?

    Bevor Du gemeinsam mit Deiner Katze startest, sollten sogenannte DO`s und DONT`s  konsequent festgelegt sein. Konsequent deshalb, da es für Deine Katze schwierig zu verstehen ist, wenn sich die aufgestellten Regeln im Laufe der Zeit ändern. Das bedeutet, dass Du Dir vor jeglicher Erziehungsarbeit im klaren darüber sein solltest, was Dein Stubentiger in Deinem Haushalt darf und was für ihn tabu ist.

    Beispielsweise möchtest Du nicht, dass Deine Katze auf den Essenstisch springt oder auf der Küchenzeile herumspaziert. Sind die Regeln klar definiert, kann der spannendere und aufregendere Teil des Ganzen beginnen.

    Erfolgreich Erziehen mit dem Clickertraining

    Was ist Clickertraining?

    Das Clickertraining ist eine bewährte Methode, um Deine Katze zu erziehen, sie zu fördern und ihr Erfolgserlebnisse zu verschaffen.

    Nebenbei stärkt das Training auch die Beziehung zwischen Katze und Mensch. Die Methode verzichtet bewusst auf Strafen, Zwänge oder Unterordnungen. Stattdessen bietet  diese Art von Training Deinem Stubentiger eine Menge Action, Spaß und Lernerfolge. Durch den Anreiz von Leckerlis sind selbst etwas dickköpfigere Samtpfoten gerne zum Training bereit.

    Das Clickertraining besteht darin, dass eine gezeigte positive Verhaltensweise (z.B. das Kratzen am Kratzbaum) durch ein akustisches Signal und einem Leckerchen belohnt wird. Die Katze wird dieses Verhalten gern wiederholen, da es für sie Erfolg verspricht.
     
    Ziel des Clickertrainings ist es, in erster Linie die positiven Verhaltensweisen Deiner Katze zu belohnen, also zu verstärken und  negative Verhaltensweisen damit in den Hintergrund zu stellen, also langsam abzugewöhnen. Darüber hinaus wird im Laufe des Trainings jede Verhaltensweise mit einem Kommando verknüpft. Ziel ist es, die „Verhaltensweise“ Deines Stubentigers nach entsprechender Trainingszeit allein durch das Kommando, ohne Clicker und ohne Belohnung gezielt hervorzurufen.
     

    Was brauche ich für das Clickertraining mit meiner Katze?

    • Clicker (Art Knackfrosch). Dieser erzeugt das Geräusch, welches Deinem Stubentiger das Leckerli verspricht
    • Target, eine Art Stab, wecher Dir beim Training hilft (oft bereits im Clicker integriert)
    • Lieblingsleckerlis Deines Stubentigers
    • Kleiner Beutel für Leckerlis (am besten zum Befestigen an der Hose)

    Letzte Aktualisierung am 29.11.2020 / Affiliate Link

    Die Vorteile des Clickertrainings mit deiner Katze

    1. Eine exakte Belohnung ist möglich

    Durch das Clickgeräusch im richtigen Moment, ist es für Deinen Stubentiger nachvollziehbar, für welche Verhaltensweise er belohnt wird.

    2. Belohnung auf Distanz

    z.B. beim Apportieren üben. Hier kannst Du Deinen Stubentiger von Weitem mit dem Clicker bestärken, dass er auf dem richtigen Weg ist. 

    3. Kein ständiges Locken

    Katzen lernen sehr schnell, dass ein „Click“ eine Belohnung verspricht. So folgt Dir Dein Stubentiger z.B. in die Küche, um dort erst sein Leckerli entgegenzunehmen. Deine Katze lässt sich auch auf ein „Spiel“ ein, wenn sie keine Leckerlis sieht.

    4. Beziehungspflege zwischen Mensch und Katze

    5. Verhindert Langeweile und Unterforderung Deiner Katze

    6. Störende Verhaltensweisen können gezielt abtrainiert werden

    7. Das Selbstbewusstsein Deiner Katze wird gestärkt (vorteilhaft für ängstliche Katzen)

    Lilo & Diego - Bilder des Clickertrainings

    Wie funktioniert das Clickertraining überhaupt?

    Bevor Du mit Deiner Katze in Action trittst, mache Dich vorher mit dem Clicker vertraut. Für den Lernerfolg Deines Stubentigers ist ein exaktes Timing des Clickgeräusches wichtig. Du kannst dies vorher einige Male mit einem tropfenden Wasserhahn üben. Versuche das Auftreffen des Tropfens in einer Schüssel möglichst exakt zu timen. Probiere Dich mit dem Clicker aus und trainiere auch mit Deiner „schwächeren Hand“. Dann kann es losgehen…

    Zunächst muss Dein Stubentiger erst einmal die Verknüpfung zwischen Verhalten, Click und Leckerli verstehen. Um Deine Katze auf den Click zu konditionieren, führe folgende einfache Übung mit ihr durch

    • Bereite ca. 10 Leckerlis vor
    • Halte Dich in der Nähe Deiner Katze auf
    • Clicke einmal und werfe oder lege das Leckerli sofort vor die Nase der Katze
    • So machst Du das mit den restlichen 9 Leckerlis

    Wichtige Regeln dabei:

     
    • Zwischen Click und Leckerli nicht länger als 2 Sekunden warten
    • Vor dem Click, sowie zwischen Click und Leckerli dürfen keine anderen Signale passieren
    • Achte darauf, dass die Katze vor dem Click kein „negatives“ Verhalten zeigt (z.B. Kratzen an Couch)
    • Auch Clicken, wenn die Katze sich bewegt

    Am nächsten Tag:

     
    • Zahlreiche Leckerlis in greifbarer Nähe (Katzensicher) hinlegen
    • Clicken, dann erst Leckerli aufnehmen und der Katze geben
    • Einige Wiederholungen durchführen
    • Wenn fast alle Leckerlis weg sind, kannst Du testen, ob Deine Katze die Verknüpfung schon verstanden hat

    Clicke, wenn Deine Katze Dich gerade nicht anschaut. Warte ein paar Sekunden mit dem Leckerli. Sieht Deine Katze sich suchend um, hat sie den ersten wichtigsten Lernschritt verstanden. Sie weiß nun, dass auf das Clickgeräusch eine tolle Belohnung auf sie wartet. Ihr könnt beide stolz auf Euren ersten gemeinsamen Lernerfolg sein.

    Erst jetzt kann das eigentliche Training beginnen. Dies bezeichnet man als operantes Konditionieren. Deine Katze lernt nun, ihr eigenes Verhalten, für das sie selbst aktiv werden muss, mit einer Belohnung zu verknüpfen. Dabei verstärken Click und Leckerli das gezeigte Verhalten, sodass Deine Katze es gerne wiederholt. Beginne das Training mit einfachen Übungen und erwarte zu Beginn nicht zu viel von Deiner Samtpfote. Gehe das Ganze liebevoll an. Das wichtigste ist, dass ihr eine Menge Spaß bei Euren gemeinsamen Trainingseinheiten habt.

    Mit dem Clickertraining kannst Du Deiner Katze viele positive Verhaltensweisen lernen

    Wie zum Beispiel:

    • geduldig auf das Futter warten
    • in die Transportbox gehen
    • auf den Namen hören
    • auf Zurufen kommen

    und noch vieles mehr.

    Mit dem Clickertraining kannst Du Deiner Katze auch einige tolle „Tricks“ beibringen

    Wie zum Beispiel:

    • Pfötchen geben
    • Hochspringen
    • High Five
    • Maunzen
    • Männchen

    Und noch vieles mehr

    Diese Erfahrungen haben wir mit Clickertraining bei unseren Katzen gemacht

    Nachdem unsere beiden Jungs bei uns einzogen, durchsuchten wir das Internet nach dem Thema Katzenerziehung. Lilo, der jüngere von beiden hielt uns schon direkt nach dem Einzug ganz schön auf Trapp. Er wurde bereits mit 8 Wochen von seiner Mutter und seinen Geschwistern getrennt und lebt seitdem bei uns in der Familie.

    Er war ein äußerst neugieriger, mutiger und teilweise auch menschenscheuer Kater. Dementsprechend hat er auch einiges in unserem Haus angestellt.

    So mussten beispielsweise unsere Vorhänge leiden, die Couch wurde zerkratzt und viele verschiedene Dekoelemente gingen zu Bruch. Zu uns war er meist sehr distanziert und ließ sich kaum streicheln. Aufgrund dessen informierten wir uns auf zahlreichen Seiten nach Antworten auf sein Verhalten und wie man von klein an mit erfolgreicher Erziehung beginnen kann.

    Wir probierten die unterschiedlichsten Sachen aus, die im Internet vertreten sind. Beispielsweise ist eine Erziehungsmethode das verbale Bestrafen (lautes Nein sagen) auf eine gezeigte unerwünschte Verhaltensweise. Allerdings merkten wir sehr schnell, dass diese Art von Erziehung eher kontraproduktiv war.

    Lilo bekam so negative Aufmerksamkeit von uns. Auch wenn die Aufmerksamkeit negativ war, genoss er sie in dem Moment.

    Folglich zeigte Lilo erneut die Verhaltensweise, um weiterhin Aufmerksamkeit zu erhalten. Lieber negative Aufmerksamkeit von Mama/Papa als keine. Unsere Bemühungen gingen in diesem Fall schnell nach hinten los. Und mal ganz ehrlich: Wer kennt dieses Spielchen nicht von seinen Kindern?

    Eine weitere Methode in der Erziehung ist das Ignorieren unerwünschter Verhaltensweisen. Allerdings kam das für uns von Anfang an nicht in Frage, da wir konsequente Regeln im Vorfeld festgelegt hatten und nicht wollten, dass unsere Jungs manche Dinge als selbstverständlich sehen.

    Dann stießen wir im Internet auf einen Artikel über das Clickertraining und waren uns schnell einig, dass genau dieses Training unsere Probleme lösen könnte. Noch am selben Tag bestellten wir uns die „Katzen-Clicker-Box“ mit einem extra Begleitheft, sowie allen wichtigen Details, Schritten und Regeln. Voller Vorfreude befolgten wir alle anfänglichen Schritte und Hinweise, die sehr verständlich erklärt wurden und probierten das Ganze aus.

    Circa 1 Jahr später können wir von einem Erfolg in der Erziehung unserer Jungs sprechen. Natürlich sieht man nicht sofort Fortschritte, denn das Ganze benötigt Zeit und vor allem viel Geduld. Einige von Lilos negativen Verhaltensweisen gehören nun durch das gezielte Abtrainieren in positive Verhaltensweisen der Vergangenheit an.

    Er ist durch die täglichen Trainingseinheiten entspannter und ausgeglichener geworden.

    Ein großer Vorteil, den das Clickertraining uns bisher gebracht hat ist, dass Lilo nun vermehrt den Körperkontakt zu uns einfordert. Er lässt sich für kurze Zeit streicheln und kraulen und schläft sogar schon ab und zu auf der Couch auf Mamas Beinen.

    All das haben wir schon in nur einem Jahr mit einem kontinuierlichen Clickertraining erreicht. Einige kleine Tricks wie z.B. auf den Namen hören, das Männchen machen, das High Five  oder das Hochspringen machen unsere Jungs auch schon mit Begeisterung. Natürlich ist die Erziehung unserer Jungs noch lange nicht abgeschlossen. Es gibt noch eine ganze Menge zu lernen!

    Scroll to Top