Mundgeruch bei Katzen – Symptome & Krankheitsbedingte Ursachen erkennen

Geschrieben von Janin A.

Als zweifache Katzenmama möchte ich mein Wissen und meine Erfahrungen gerne an andere Katzenfreunde weitergeben.

20. Oktober 2019

Mundgeruch bei Katzen – Das solltest du wissen!

Hat deine Katze Dir heute Morgen ins Gesicht gegähnt und Du hast dich zum ersten Mal über einen sonderbaren Geruch aus dem Katzenmaul gewundert? Das kann ein alarmierendes Signal oder völlig harmlos sein. Bei uns erfährst Du jetzt alles Wichtige zum Thema!

Mundgeruch bei Katzen

Ein ungewöhnlicher Geruch aus dem Maul Deiner Katze kann verschiedene Ursachen haben. Roch es einfach nur intensiv oder leicht faulig? Ist Dir der Geruch zum ersten oder wiederholten Male aufgefallen? Zunächst einmal ist ein gewisser Mundgeruch bei Katzen ganz normal. Vielleicht ist Dir das bisher noch nie aufgefallen, weil Ihr Euch selten so nahe wart oder Du reagierst sensibler als an anderen Tagen.
Roch es dagegen stark faulig, süßlich oder gar beißend, dann solltest Du der Sache unbedingt nachgehen.
Verstehst Du Dich gut mit Deinem Stubentiger, kannst Du ihm sicherlich seitlich am Maul riechen und sogar die Lefzen nach oben ziehen. Gehe dabei unbedingt sensibel vor. Hat Deine Katze einen schmerzenden Zahn oder einen Fremdkörper im Maul kann das bei Druck sehr große Schmerzen verursachen.

Gefährlichen und harmlosen Mundgeruch unterscheiden

Hat die Katze Mundgeruch, kann vom das ganz einfach vom Futter herrühren. Eine Freigänger-Katze auch vielleicht kurz zuvor ein Beutetier verspeist. Diese Gerüche können für uns Menschen sehr befremdlich sein.
Fischhaltiges Nass- oder Trockenfutter hinterlässt ebenfalls eine sehr prägnante Duftnote im Katzenmaul, der Stunden später noch deutlich wahrzunehmen ist.
Im Zweifelsfalle musst Du tapfer immer wieder riechen und beobachten inwieweit sich der Geruch verändert. Achte insbesondere auch darauf, ob der Mundgeruch auch nach der Wasseraufnahme noch intensiv vorhanden ist.

Beißenden Geruch erkennst Du in der Regel sofort. Ganz ähnlich ist es mit dem eitrigen Geruch bereits fortgeschrittener Zahnfäulnis. Andere Gerüche können von einer tiefer liegenden Quelle stammen, leicht säuerlich oder gar metallisch sein. Prüfe gegebenenfalls auch den Atem der Katze und schau, ob Dir zusätzlich weitere Symptome auffallen

• Auffälligkeiten bei der Futteraufnahme
• erhöhter Speichelfluss
• Reiben der Pfoten am Maul
• häufiges Gähnen
• Nasenausfluss
• exzessives Putz- oder Kratzverhalten

Krankheitsbedingte Ursachen für Mundgeruch der Katze

Verletzungen in Maul und Rachen

Kleine bis mittelgroße Verletzungen in der Maulhöhle kommen bei Freigängern oder jungen Katzen häufiger vor. Sie benagen alles mögliche oder können beim Spiel etwas verschluckt haben. Knochen von Beutetieren können ebenfalls kleine Verletzungen verursachen. Der Geruch ist typischer Wundgeruch und kann eine leicht metallische Note haben.

Zahnstein

Katzen haben wie wir Menschen auch Zahnstein, der durch Ablagerungen von Futterresten mit Speichel entsteht. Je nach Rasse, Alter und bevorzugter Nahrung neigen Katzen mehr oder weniger zur Zahnsteinbildung. Ist der Befall schon weiter fortgeschritten, entsteht eine breitflächige Zahnfleischentzündung, die Parodontose. Diese erkennst Du sofort, an den tiefroten Rändern entlang der Zahnhälse. Der Geruch ist übel bis faulig.

Eitrige Abszesse und Tumoren

Schlecht verheilende Wunden, Zahnfehlstellungen oder Verletzungen durch locker sitzende Zähne können zu übel riechenden Abszessen im Mundraum der Katze führen. Der Geruch ist diesem Fall auffallend süß-faulig. Gelegentlich kommen auch Tumoren im Maul der Katze vor, die für den Laien ähnlich aussehen und riechen können.

FORL

Die Abkürzung steht für Feline odontoklastische Resorptivläsionen. Sie ist eine Autoimmunkrankheit und zählt zu den häufigsten Zahn-Erkrankungen der Katzen. Verursacht wird sie durch die Aktivierung körpereigener Zellen, die im Erwachsenenalter auf aggressive Weise die Zahnsubstanz abbauen. Die sogenannten Odontoklasten bauen bei Kitten die Milchzähne ab und schaffen Platz für das adulte Gebiss. Warum diese Zellen bei älteren Katzen gelegentlich wieder aktiviert werden und dann eigentlich gesundes Zahnmaterial abbauen ist unbekannt. Die Krankheit ist im fortgeschrittenen Stadium äußerst schmerzhaft und verursacht ebenfalls fauligen Mundgeruch.

Infektions-Krankheiten

Viren und Bakterien können allerlei Krankheiten auslösen, die sich durch Veränderungen des Immunsystems auch in der Maulhöhle bemerkbar machen. Ist die Katze durch einen Infekt geschwächt, vermehren sich Bakterien rasend schnell und lösen Begleiterscheinungen wie Zahnfleischentzündungen aus. Mögliche Erkrankungen sind Katzenschnupfen, FIV, Bakterien-Infektionen oder das Vorliegen von diversen Autoimmunerkrankungen.

Organische Probleme

Auch bei Diabetes, Magenerkrankungen, Leberprobleme oder eine Niereninsuffizienz entwickeln viele Katzen Mundgeruch. Durch den gestörten Stoffwechsel reichert sich das Blut mit Abfallprodukten an. Typisch für eine fortgeschrittene Nierenschwäche ist ein Urin-Geruch aus dem Maul des Tieres. Dieser rührt von nicht mehr abgebautem Harnstoff her. Die Katze zeigt dann aber sicher bereits weitere Symptome wie vermehrte Wasseraufnahme und Auffälligkeiten beim Urinieren.

Der Besuch beim Tierarzt

Hast Du den leisteten Verdacht auf eine dieser Erkrankungen oder willst Du einfach nur sicher sein, dann stelle Deinen Stubentiger möglichst bald einem Tierarzt vor. Er kann mit speziellen Techniken tiefer in die Maulhöhle schauen und die Fachleute haben wahrhaftig einen „Riecher“ für die eigentlichen Ursachen eines üblen Geruches aus dem Katzenmaul. Je nach Verlauf wird der Tierarzt verschiedene Untersuchungen vornehmen. Zeigt sich das Problem nicht sofort durch die optische Prüfung, können ein Blutbild, Ultraschalluntersuchungen oder Röntgenbilder des Kiefers weiterhelfen.

Behandlungsmöglichkeiten von krankhaftem Mundgeruch

Die Therapie wird je nach Erkrankung ganz verschieden ausfallen.
Zahnstein wird während einer Narkose einfach beseitigt. Die Katze bleibt sehr wahrscheinlich anfällig und sollte regelmäßig zum Zahn-Check dem Tierarzt vorgestellt werden.
Viele Mediziner empfehlen die provisorische Zahnkontrolle einmal Jährlich für alle Katzen ab fünf Jahren. Spezielle Futtermittel können der Neubildung von Zahnstein durch einen erhöhten Abrieb entgegenwirken.

FORL erfordert in den allermeisten Fällen das komplette Entfernen aller Zähne. Keine Sorge, Deine Katze kann danach immer noch fressen und vielen Tieren geht es nach dem Ziehen der schmerzhaften Zähne wieder viel besser.

Organische Störungen, Bakterien- und Virus-Infektionen werden bestmöglich und individuell verschieden therapiert. Ob der Mundgeruch komplett verschwindet, hängt nicht zuletzt vom Erfolg der Therapie im Einzellfall ab.

Bei Verdacht auf einen Tumor wird der Tierarzt zunächst eine Biopsie vornehmen. Tumoren und Abszesse können häufig operativ geöffnet oder entfernt werden.

Kleine Verletzungen in der Mundhöhle heilen in der Regel nach einigen Tagen von selbst ab.

Harmlosen Mundgeruch beseitigen und vorbeugen

Stammt der unangenehme Geruch nur von einem Futtermittel kannst Du ganz einfach wechseln. Trockenfutter verursacht in der Regel nicht so starken Mundgeruch wie Nassfutter. Auf keinen Fall solltest Du Deiner Katze das Nassfutter deswegen streichen. Liebt Deine Katze das übelriechende Futter, solltest Du Dir überlegen, ob Du mit dem Mundgeruch nicht einfach leben kannst. Achte bei einem Wechsel auf möglichst hochwertiges Futter aus frischen Fleisch und wenig Nebenprodukten und sonstigen Zusatzstoffen.

Mutige Katzenbesitzer putzen ihren Katzen tatsächlich die Zähne. Nennst Du einen besonders lieben und willigen Vierbeiner Dein Eigen, kannst Du Dein Glück versuchen. Verwende aber auf keinen Fall Zahnpasta für Menschen, diese ist für Tiere giftig. Spezielle Katzen-Zahnpasta und Bürsten gibts beim Tierarzt oder im Fachhandel.

Stell außerdem sicher, dass Dein Liebling immer genug zu saufen hat und das Wasser immer frisch ist. Trinkt die Katze gern draußen aus Teichen, Pfützen oder sonstigen Ansammlungen kann auch das übel riechende Bakterien im Maul begünstigen.

Der Handel bietet zudem Drops und Kausticks speziell für den guten Katzen-Atem an. Sie sind angereichert mit Katzenminze und anderen Kräutern. Wenn sie Deiner Katze schmecken und sicher kein anderes Problem vorliegt, kannst Du das gern versuchen.

Als alternatives Mittel haben sich die letzten Jahre effektive Mikroorganismen bei vielen Tierhaltern etabliert. Einige Tropfen im Trinkwasser sollen nicht nur die Wasserqualität deutlich verbessern, sondern auch dem Bakterienwachstum im Katzenmaul positiv entgegenwirken.

Katzengras gilt ebenfalls als ein kleines einfaches Wundermittel für einen guten Katzen-Atem.

Mundgeruch bei Kitten

Im Alter von vier bis sechs Monaten steht bei den Kleinen der Zahnwechsel an und Mundgeruch kann völlig normal sein. Während sich die Milchzähne zurückbilden und das erwachsene Gebiss langsam durchkommt, bilden sich gern Zahnfleischentzündungen. Sind die Kätzchen sonst normal und munter, musst Du Dir deswegen keine Sorgen machen. Hält der Geruch dagegen längere Zeit an oder bemerkst Du zusätzlich ein auffälliges Symptom, empfehlen wir Dir auf jeden Fall einen Besuch beim Tierarzt.

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